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Alltag eingekehrt...

Autor: AnnikaHuneke | Datum: 14 Oktober 2010, 15:58 | Kommentare deaktiviert

Mir geht es gut, nach wie vor! Ich bin hier wirklich in einem wunderschoenen Land in einem genialtollen Projekt gelandet.

Die AHP²V-Crew ist ein bisschen gewachsen. Zwei neue Bewohner sind eingezogen und Esther steht mir nun zur Seite. Esther ist Freiwillige vom DED(DeutscherEntwicklungsDienst) und ich bin sehr froh, dass sie da ist, denn es gibt hier wirklich viel zu tun.

Mit den neuen Bewohnern ist auch meine Schuelerzahl gestiegen. Ohne Esthers Unterstuetzung waeren die Vormittage wohl heilloses Chaos und auch zu zweit sind wir manchmal ueberfordert. Ich schildere mal einen typischen Vormittag:

Es ist 8.00Uhr und wir versammeln uns, mehr oder weniger puenktlich, im Salon um einen grossen Tisch. In der Schuelerunde sitzen Carine und Lysa, die im Rollstuhl sitzen und beide eine leichte geistige Behinderung haben aber total lernmotiviert sind un grossen Spass am Unterricht haben. Dann ist da Michelle, ebenfalls koerperlich und geistig behindert. Michelle rastet aus, sobald sie nicht ihren Willen bekommt- lernen entspricht diesem in der Regel eher weniger. Neuerdings ist auch Steph mit dabei. Steph ist Taub und kann nicht sprechen, dafuer sehr laut schreien. Auch beissen und schlagen kann Steph hervorragend, das zeigt er uns taeglich. Parfait ist der 3jaehrige Sohn der Koechin des Zentrums, den betreuen wir irgendwie auch mit. Ein kleiner, liebenswerter Rabauke, der, nachdem er in den ersten Wochen das Stiftewerfen und Papierzerreissen fuer sich entdeckt hatte, nun gerne mit Steph kollidiert. Blanche ist nur vorruebergehend in Esthers und meiner Obhut, bis ihre BeinOP verheilt ist. Sie ist ein suesses, eigenwilliges Maedchen das ungerne Stifte, die fuer alle sind, teilt. Viele verschiedene Charaktere also,die zusammen einen grossen chaotischen Haufen bilden und Esther und mich manchmal zum Rande der Verzweiflung treiben- obwohl wir zu zweit sind. Aber weil unsere Schueler irgendwie einfach liebenswert sind, bringen wir jeden Morgen ganz viel Geduld und Ruhe mit und dann klappt das schon.

Nachmittags helfe ich meistens im"Atelier des femmes" und knuepfe Taschen oder bastel Schmuck.Anschliessend folgt eigentlich Musik oder Sport- naechste Woche wollen Esther und ich das "eigentlich"mal in ein "jetzt aber wirklich" verwandeln. Abends machen wir noch eine Stunde Hausaufgabenbetreeung fuer die Bewohner, die auf oeffentliche Schulen gehen und anschliessend haben wirendlich frei. Also theoretisch. Dadurch, dass ich hier im Zentrum wohne finde ich immer etwas zu tun, werde aber immer besser dadrin, mich auch mal ein bisschen auszuruhen.

Ich erlebe hier soviel, dass ich garnicht genau weiss, wie ich weiter erzaehlen soll...Ich finde mich jetzt ganz gut zurecht hier, weiss ein bisschen mehr wie das Leben in Kamerun funktioniert und habe mich ganz gut eingelebt.

Ich habe all die Menschen mit denen ich hier lebe und arbeite schon jetzt ganz fest in mein Herz geschlossen, fuehle mich wunderbar aufgenommen und bin gespannt auf all das, was mich noch erwartet und vor mir liegt.

liebste gruesse,

eure Annika

 

endlich im CFRASH...

Autor: AnnikaHuneke | Datum: 18 September 2010, 16:16 | Kommentare deaktiviert

...das jetzt allerdings AHP²V (Association Humanitaire Pour la Promotion des  Personnes Vunérables) heisst. Seit mehr als zwei Wochen lebe ich nun hier und fuehle mich absolut total wohl!

Mit den Bewohnern verstehe ich mich bestens und hier ist immer irgendetwas los. Morgens unterrichte ich zwei Maedels, die im Rollstuhl sitzen und eine geistige Behinderung haben- dafuer krame ich ganz viel in meinen Grundschulerinnerungen und versuche das Alphabet moeglichst spannend zu vermitteln. Ausserdem kuemmere ich mich ab naechste Woche ums Musik-und Sportprogramm der Bewohner. Ansonsten arbeite ich im Garten mit,helfe in der Kueche oder spiele einfach mit den Kindern.

 Im Moment lebe ich hier mit 15 Bewohnern: koerperlich Behinderte, geistig Behinderte und Waisen zwischen 6 und 24Jahren buntgemischt. Jeder hilft hier jedem, am Wochenende kochen wir alle zusammen und unter der Woche arbeiten die, die nicht zur Schule gehen oder vorort unterrichtet werden in den Atéliers. Im "Atélier des hommes" stellen die maennlichen bewohner wunderschoene Bambusmoebel, mit denen sie auch schon Preise gewonnen haben, her. Im "Atélier des femmes" werden Kleider und Taschen genaeht und Schmuck hergestellt. Dann gibt es hier noch einen Garten, in dem medizinische Pflanzen angebaut werden und eine Huehnerzucht, alles in allem also viel zu tun.

 Im Moment regnet es noch recht viel in Baham, denn bis Anfang November ist hier Regenzeit- aber zwischen den Wasserfaellen die vom Himmel stuerzen, scheint auch mal die Sonne.

Ich bin hier sehr gluecklich und zufrieden, habe hier jetzt schon eine Art Zweitfamilie und wenn das Wasser fliesst (was auch in Baham nicht immer der Fall ist) fehlt es mir, abgesehen von all den Menschen die ich liebe und die so weit entfernt von mir sind (aber das ist bisher auszuhalten), an nichts.

froehlichzufriedene Gruesse aus dem AHP²V,

eure Annika

 

 

Olila!!! (Hallo auf Baham)

Autor: AnnikaHuneke | Datum: 30 August 2010, 21:54 | Kommentare deaktiviert

Nach wie vor geht es mir gut im fernen Kamerun.

In Baham spricht man neben Franzoesisch auch noch Baham (kreative Sprachenbenennung ;-) )

Ich sage jetzt also immer: Olila(Hallo) Amgaka?(wie gehts?) Antwort: Abjanje(gut) ... gestern konnte ich auch noch nach dem Namen fragen und so...muss aber zugeben, dass ich diese merkwuerdigen und absolut ungewohnten, mit nichts bekanntem zu verbindenden Worte schon wieder vergessen habe;-) Aber ich hab ja noch ne Weile um neben Franzoesisch auch noch ein bisschen Baham zu lernen.

Ich habe 4 Tage in dem kleinen Dorf Bandrefam verbracht. Dort habe ich einigen netten Peacecorps, die hier zahlreich in Kamerun vertreten sind, geholfen ein Aidspraeventationsprogramm fuer Frauen zu veranstalten. Gegen Bandrefam erscheint mir Baham jetzt richtig gross und ich bin unglaublich froh ueber das fliessende Wasser, das zumindest jetzt, in der Regenzeit, vorhanden ist. In Bandrefam mussten wir naemlich erst ca. 30Minuten einen Berg runter laufen um zur Wasserstelle zu kommen und dann das Wasser den Berg hoch tragen. Wasser ist ja sowas von schwer und bekommt, wenn man solch grosse Anstrengung dafuer betrieben hat, einen viel hoeheren Wert. Geschirr spuelen und Haare waschen haben wir uns jedenfalls gespart;-)

Ich habe nun auch Bafoussam ein wenig erkunden koennen und meine ersten Eindruecke sind: viele Menschen, wilder Verkehr, Chaos und irgendwie Lebendigkeit. Ich kann mir noch nicht vorstellen mich dort mal alleine zurecht zu finden (ausnahmsweise uebrigens mal nicht wegen meinem schlechten Orientierungssinn, sondern vielmehr wegen der chotischen Unuebersichtlichkeit dieser Stadt). Aber irgendwie mag ich es dort und freu mich schon auf meinen naechsten Bafoussamtrip (ist naemlich ganz in der Naehe von Baham).

Was mir hier in Kamerun auch ganz wunderbar gefaellt ist Moto fahren. Motos sind Motorradtaxis auf denen man meistens zu dritt (ich hab auch schon 4 Leute auf einem gesehen) von A nach B faehrt. Ein Riesenspass!...daran kann ich mich auf jeden Fall gut gewoehnen;-)

Auch Taxi fahren ist hier irgendwie ein Abenteuer. Nach Bandrefam bin ich mit 9 Personen in einem 5-Sitzer gefahren (4Vorne, 5Hinten) und zureuck in einem Bulli mit 20Personen...ich muss sagen eng ist nicht immer gemeutlich und meine rechte Huefte nun blau.

Gestern habe ich eine weitere Bewohnerin des CFRASH kennengelernt und in den naechsten Tagen werden wohl nach und nach immer mehr dazu kommen. Das bedeutet, dass mein richtiges Leben ganz bald beginnt und ich endlich dort einziehen kann. Im Moment sind wir damit beschaeftigt das Centre zu reinigen und alles fuer die kommenden Bewohner vorzubereiten. Es gibt also so einiges zu tun. Nebenbei nutzt Familie Pokam jede Gelegenheit mich zu maesten, denn man findet mich hier viel zu maigre.

Ich blicke mit freudiger Gespanntheit auf die naechsten Tage und lasse euch natuerlich, dann vermutlich und hoffentlich vom CFRASH aus, daran teil haben.

Beliebtes Lied uebrigens aus hier: Nous marchons dans la lumiere de dieu, nous marchons dans la lumiere de dieu...

also gehe ich mit Gott :-)

 

Bonjour aus Kamerun!

Autor: AnnikaHuneke | Datum: 24 August 2010, 00:03 | Kommentare deaktiviert

Bonjour,

ich bin bestens in Kamerun angekommen und wurde waermstens empfangen.

Nach der ersten Nacht in Douala, fuhr ich mit Familie Pokam (Leiter des CFRASH, dem Zentrum fuer Behinderte in dem ich arbeiten werde) in meine neue Heimatstadt Baham. Unterwegs wurden mir bereits zahlreiche kulinarische Kamerunspezialitaeten nahe gebracht: gepfeffertes Fleisch, Kochbananen, Fisch, Orangen, Bananen, Schaf, Gebaeck und sogar Ziegenmagen (das Schreien meines vegetarisch denkenden Hirnes ueberhoere ich stets).

Da das CFRASH noch Ferien hat wohne ich erstmal bei einer Amerikanerin, die als Peacecorp in Baham taetig ist. Mein richtiges Leben hier hat also noch nicht so wirklich begonnen aber ich habe bereits zwei Bewohner des CFRASH kennengelernt, die beide total nett sind und mir ganz viel beim Franzoesisch lernen helfen (das ist hier echt nicht so leicht zu verstehen, nicht, dass ich das jemals gut verstanden haette aber es ist irgendwie schon anders als in Frankreich und erst recht als in der Schule).

Zur Zeit gucke ich mir einfach alles an und versuche mich irgendwie einzufinden, denn das Leben in Kamerun ist schon sehr anders, selbst Tomaten schneidet man hier nicht so wie in Deutschland. Ich lerne stetig und quasi pausenlos Neues. Heute habe ich zum Beispiel zum ersten Mal in meinem Leben Mais geerntet (mit der Hand natuerlich) und festgestellt, dass es garnicht so einfach ist Unkraut von Minze zu unterscheiden.

Gestern war ich in der Kirche und habe einen wunderbar lebhaften Gottesdienst gefeiert, mit 4 Choeren, Trommeln, traditionellen Holzxylophonen, Tanz und richtig guter Stimmung.

Also, alles in allem geht es mir gut. Es ist gut zu wissen, dass Gott mich begleitet und ich nicht alleine bin. Ich bin gespannt, was mich alles noch so erwartet und werde dann natuerlich davon berichten ;-)

Liebe Gruesse aus Baham, eure Annika

 

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